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Stefanie habe ich im Rahmen einer Business-Challenge kennengelernt und mich hat sofort begeistert, was sie macht. Sie begleitet Frauen und Paare auf dem Weg in ein freies, glückliches Leben – auch ohne Kinder.

Ein Leben ohne Kinder? Geht das? In meinem Leben vor 2011 habe ich mir auch keine Kinder gewünscht. Das Leben und der Mann … für mich war es nicht stimmig genug! Als ich dann Christian wieder getroffen habe, war sofort klar, ich möchte Kinder und zwar so schnell wie möglich!Ich war gesegnet, denn bei der ersten Tochter klappte es sofort! Bei der zweiten Tochter hat es etwas gedauert und ich kann dir sagen, ich wurde von Monat und Monat immer nervöser!

Als Mutter zweier wunderbarer Töchter bewundere ich Stefanies Arbeit, auch weil sie selbst aus Erfahrung spricht. Ich habe mit Stefanie ein Interview geführt, was ich dir heute vorstellen werde.

 

Liebe Stefanie, wie bist du zu deinem heutigen Business gekommen?

Ich habe 2010 einen Burn –Out bekommen, der wirklich sehr heftig gewesen ist.  Es wurde eine Reha beantragt,  doch bis ich einen Platz bekommen hatte, dauerte es recht lange.  Doch ich wollte nicht warten. Weil ich dachte es wird noch schlimmer, bin ich zu einem Coach gefahren.  Es hat mich fasziniert, in welch kurzer Zeit es mir besser ging.

Während der Reha hatte ich sehr viel Zeit zum Nachdenken. Ich habe in der Reha den Entschluss gefasst, noch einmal von vorne zu beginnen und einen neuen Beruf zu erlernen. Ich wollte Menschen begleiten, die auf dem Weg eine falsche Richtung eingeschlagen haben. Nach der Reha habe ich eine Ausbildung zur Entspannungspädagogin und zum Coach absolviert. So bin ich zu meinem Business gekommen.

Ende 2015 hab ich mir überlegt, wen möchtest Du begleiten?  Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich begleite Frauen, die einen unerfüllten Kinderwunsch haben,  denn ich weiß aus persönlicher Erfahrung, wie ich mich damals gefühlt habe. Damals hätte ich mir gerne eine Begleitung gewünscht.

„Ohne Kind glücklich leben“, was heißt das denn für dich? – Und weil wir gerade dabei sind: Erzähl uns doch auch gleich, wie du es geschafft hast deinen Leben wieder einen Sinn zu geben.

Ohne Kind glücklich leben heißt für mich, dass ich mir nicht mehr jeden Monat Hoffnung mache, dass mein Leben auch einen Sinn haben kann, wenn ich kein Kind habe.  Das ich mir eine Aufgabe suche,  die mein Leben auch bereichern kann.  Es war am Anfang schwer, doch ich hatte viele liebe Freunde und Bekannte, die mir es auch ein wenig erleichtert haben.

Ich habe mir so eine „Art“ Ersatzbaby gesucht,  es ist mein Business. Ich bin auch 9 Monate schwanger gewesen mit meiner Ausbildung als Coach. Nun lernt mein „Baby“ gerade laufen😉.

 

Für mich bist du ganz klar ein Licht am Ende eines langen und tiefen Tunnels. Siehst du dich/dein Business selbst so? – Was braucht es deiner Meinung nach, um sich aus der dunklen, sinnlosen Tristes zu befreien?

Oh, das ist ein schönes Kompliment. So habe ich mich noch gar nicht gesehen, ich war und bin mehr die Wegbegleiterin.  Ich möchte die Frauen begleiten, auf ihren Weg, wieder einen anderen Sinn in ihrem Leben zu sehen.  So sehe ich mich in meinem Business.

Es braucht vor allen den Mut mit dem Thema offen umzugehen, viele sehen es noch als Tabuthema.  Wenn die Öffentlichkeit mehr darüber erfahren würde und man nicht von außen noch Kommentare und Beleidigungen bekommen würde,  dann wäre es einfacher sich aus dem sinnlosen Trist zu befreien.

Doch heute ist es ja immer noch so, dass die Frau ein Kind bekommen muss, dafür ist sie geboren und alles in ihr ist dafür angelegt.Ist das nicht der Fall, ist man nicht in der Norm und man wird auch von einigen als Aussätzige behandelt.

Dann sollte man versuchen sich nicht in ein Schneckenhaus zurück zu ziehen, denn das ist so gefährlich. Es ist nicht leicht, denn der Boden unter den Füßen wird einem weggezogen.  Auf jeden Fall braucht man ein sehr gutes Umfeld, was dich in der Siuation auffangen kann. Bei mir war es mein Mann, der war in dieser Zeit sehr intensiv für mich da. Er hat alles unternommen, dass ich mich nicht schuldig gefühlt habe, denn man gibt sich extrem die Schuld.

Auch Freunde sind sehr gut um dich zu unterstützen. In diesem Fall wäre es gut, wenn man mit ihnen offen spricht, wenn man erzählt das man in Behandlung ist. Auch wenn ein negatives Ergebnis herauskommt, sie holen einen raus aus dem tiefen Loch. Eine Selbsthilfegruppe kann ich übrigens auch empfehlen, denn genau die Menschen verstehen dich, die haben das gleiche durchgemacht!

Wie können wir uns deine Arbeit genau vorstellen? Wie gehst du genau vor?

Bei meinem ersten Termin höre ich einfach nur zu. Ich lasse sie weinen oder lachen. Ich gebe ihnen einfach das Gefühl, dass sie all ihre Sorgen und Nöte bei mir lassen können. Ich begegne meinen Klientinnen mit Wertschätzung und gebe keine „Dummen“ Kommentare ab, wie viele aus dem persönlichen Umfeld. Dann mache ich noch eine kleine Übung mit ihr, meistens gehen sie mit einem leichten Lächeln schon nach der ersten Sitzung nach Hause.

Bei den anderen Terminen lasse ich sie auch noch mal frei sprechen, doch dann geht es ins Eingemachte. Wir beginnen mit Übungen, ich frage was ihre Träume und Ziele sind, was wäre, wenn sie Kinder hätte, was daran anders ist und was sie sich vorstellt, wie es ohne Kinder sein kann. Dieser Prozess dauert, bis da eine klare Definition kommt, ihren „ Neuen Weg zu gehen“.

Welche Rolle nimmt der Partner ein? Wie können die Familie und Freunde den Prozess begleiten und unterstützen?

Der Partner nimmt eine große Rolle ein, denn er leidet ja auch darunter, keine eigenen Kinder zu bekommen.  Es geht ja teilweise schon darum, dass sich jeder die Schuld gibt. Dies kann in einer gemeinsamen Coaching Sitzung geklärt werden. Ebenso ist die Zukunftsgestaltung ein gemeinsames Thema.

Die Familien und Freunde können  den Prozess begleiten, in dem sie das Paar unterstützen. Mit vielen Gesprächen oder einfach nur mal zuhören, wenn es dem Paar schlecht geht. Es sollte auf keinen Fall gefragt werden „ Wann ist es soweit?“   oder „Möchtet ihr keine Kinder?“!! Es reicht einfach zu fragen, wie es der Person geht. Oder einfach nur mal schweigend neben einem Sitzen, damit kann man auch sehr gut unterstützen.

Was auch helfen würde, wenn Freunde oder Familie sollte, dort jemand ein Kind bekommen, nicht direkt mit der „Tür“ ins Haus fallen, sondern mit  Feingefühl daran gehen, denn diese Nachrichten sind schmerzhaft in diesem Moment.

 

Oft sieht man kinderlose Paare, die einen Hund haben. Kann der Hund ein Kind ersetzen? Wie ist deine Meinung dazu?

Eine sehr schöne Frage!  Wir selber haben auch einen Hund. Doch ein Hund kann kein Kind ersetzen, das wäre ein wenig zu viel verlangt.

Als wir unseren ersten Hund bekommen haben, war es kein Ersatz für mich.  Es tat immer noch sehr weh, wenn ich jemanden mit Kinderwagen oder eine Schwangere gesehen habe.

Allerdings muss ich sagen, mein Hund hat mir geholfen, den  Schmerz zu verarbeiten. Wenn ich traurig war, wurde ich angestupst und er wollte spielen, somit war ich abgelenkt und beschäftigte mich mit anderen Themen.

Aber wer den Gedanken hat, ich schaffe mir ein Hund als Ersatz an, täuscht sich da. Den ersetzen kann man niemanden.

 

Liebe Stefanie, vielen Dank für deine aufschlussreichen Antworten. Ich wünsche dir noch ganz viel Kraft und Freude bei deiner Berufung.

Liebe Jennifer,  ich danke Dir, dass ich von meiner Arbeit und von meinem Herzensthema berichten durfte. Es ist mir ein Anliegen, vielen Frauen oder auch Paaren die Kraft und Freude zurückzugeben, mit der Arbeit die ich tue.

 

Möchtest du noch mehr über Stefanie erfahren, dann empfehle ich dir ihre Seite www.unerfuellterkinderwunsch.com